So schlummerten unsere  Vorfahren
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So schlummerten unsere Vorfahren

Es scheint der perfekte Schlaf zu sein, Du legst Dich am Abend in Dein Bett, neben Dir liegen eventuell Dein Partner oder auch Deine Kinder und Du schläfst sieben bis acht  Stunden oder auch vieel länger. Am nächsten Morgen stehst Du auf, bist ausgeruht und bereit für die Arbeit. Aber war das eigentlich schon immer so? Wie sahen die Schlafgewohnheiten unserer Vorfahren aus?

So wie wir heute schlafen, war es definitiv nicht immer.
Da dieses Thema aber schon früher als sehr intim galt, gibt es wenige genaue Aufzeichnungen darüber, wie die Schlafgewohnheiten sich im Laufe der Jahrhunderte geändert haben.

Schlafen wie die Naturvölker

Es ist bekannt, dass sich gewisse Verhaltensmuster von Kultur zu Kultur unterscheiden. So schlafen Naturvölker, welche kaum bis gar kein künstliches Licht zur Verfügung haben, deutlich anders als Kulturen, in denen ausreichend Elektrizität vorhanden ist. In Regionen mit wenig Licht geht man oft schon kurz nach Sonnenuntergang zu Bett. Dafür gibt es in der Nacht mehrere Phasen, in welchen die Menschen auch einige Stunden am Stück auf sind, bevor sie sich wieder ins Bett begeben. So wurde es auch bis ins siebzehnte Jahrhundert praktiziert. Die Menschen schliefen über eine Periode von circa zwölf Stunden. In dieser Zeit gab es aber auch mehrere Wach-Phasen, welche locker einmal über zwei bis drei Stunden dauern konnten.
Auch früher haben sich die Menschen beim Schlafen anders verhalten.
Der „gesunde durchgehende Acht-Stunden-Schlaf in der Nacht“ ist zum Beispiel eher eine Erfindung der Neuzeit.

Schlafen wie die Römer

Im römischen Volk hatten die Themen Schlafen und Liegen eine sehr große Bedeutung. Wie Du es vielleicht bereits von vielen Kunstwerken kennst, hat dieses Volk sehr viele Tätigkeiten vorwiegend im Liegen verrichtet. So war es auch üblich, dass man bei einem Ausflug ins Grüne, gern einmal ein kleines Nickerchen am Tag gehalten hat.
Was aber damals schon bekannt und beliebt war, waren abgetrennte Räume, welche wir heute als eine Art Schlafzimmer bezeichnen würden.

Schlaf in der dunklen Zeit der Geschichte

Das Schlafverhalten in der sogenannten „dunklen Zeit“, dem Mittelalter, ist weitaus weniger gut dokumentiert. Es ist aber bekannt, dass man um diese Jahrhunderte nackt und eng aneinander im Heu geschlafen hat. Dies diente natürlich der Wärme, war aber von der Kirche nicht gerne gesehen.

Erst im 17. Jahrhundert hat man zumindest in den Adelshäusern wieder eine Art Schlafzimmer eingerichtet. Allerdings war es sehr üblich, dass auch Ehegatten nicht im selben Bett schliefen. Die Partner hatten sehr oft eigene Zimmer, welche oftmals sogar in einem eigenen Gebäudetrakt lagen.
In den unteren Schichten herrschte hingegen Platzmangel. Es war somit üblich, dass man in einem Bett schlief, sogar der Besuch wurde dazu eingeladen, im gemeinsamen Bett zu übernachten.

Mit dem 19. Jahrhundert kam dann auch langsam die Wende. Es wurde wieder üblich, eigene Schlafzimmer einzurichten. Allerdings wurde der Schlafkultur im Generellen wenig Bedeutung zugemessen. Wer schlief, galt hier als faul und arbeitsscheu.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg galt das eigene Bett als Allgemeingut und entwickelte das Thema Schlaf entwickelte sich langsam zu dem, wie wir es heute kennen.

In vielen Fällen gibt es also bereits Gemeinsamkeiten mit unseren Vorfahren. Was wir heute oft auch als Familienbett bezeichnen, kannten also auch schon die Leute im Mittelalter. Damals war es aus Not und Armut, heute dient das gemeinsame Schlafen der Geborgenheit und dem Gefühl der Sicherheit. Dass man mit dem Partner aus Gründen des Wohlbefindens im selben Bett schläft, ist, wie Du nun bereits erfahren hast, auch eher eine moderne Erfindung.

Noch vor einem guten Jahrhundert galt Schlaf als Faulheit, heute ist es ein wichtiger Beitrag zur körperlichen sowie seelischen Gesundheit.

Aber wie sieht es denn eigentlich mit dem Schlafgewand aus? Gibt es den Pyjama, wie Du ihn heute kennst, bereits länger oder ist auch dieser eine Erfindung der letzten Jahrzehnte.
Bis ins sechzehnte Jahrhundert, war es in Europa üblich, nackt zu schlafen. Erst um 1500 fing die italienische Oberschicht damit an, ein leichtes Hemd zum Schlafen überzuziehen.

Gegen die Nacktheit sprechen teils religiöse und, teils aber auch Gründe der eventuellen Peinlichkeiten. Heute ist es üblich, dass man zum Schlafen einen Pyjama, die Unterwäsche oder auch ein Nachthemd trägt. Zahlreiche Forschungen zeigen aber, dass Du im besten Fall mit weiter Kleidung oder nackt schlafen solltest.

Das kannst Du von Deinen Vorfahren lernen!

Es ist Dir sicher selbst schon oft so ergangen. Du bist aufgewacht und konntest, obwohl Du recht müde warst, einfach nicht mehr einschlafen. Forschungen glauben, dass dieses „Phänomen“ der Schlaflosigkeit in der Veranlagung des Zwei-Phasen-Schlafs liegt. Während unsere Vorfahren die Stunden, in welchen sie nachts wach waren, sinnvoll genutzt haben, um die Ruhe zu genießen, gilt es bei uns als allgemeine Qual. Vielleicht solltest Du also beim nächsten Mal einfach versuchen, die Ruhe zu genießen, der Stille zu lauschen und Dich zu entspannen.

Auch wenn früher nicht immer alles besser war, so kannst Du doch auch, was das Thema Schlaf angeht, von Deinen Vorfahren lernen. Welches Schlafmodell findest Du am interessantesten und inspiriert Dich? Schreib uns doch mal, wir freuen uns über Dein Feedback! 🙂

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