Warum wachen wir immer kurz vor der besten Stelle im Traum auf?
CategoriesSleep & Dream

Warum wachen wir immer kurz vor der besten Stelle im Traum auf?

Dieses Problem, oder nennen wir es besser Phänomen, kennt wahrscheinlich jeder. Gerade noch träumt man vor sich hin, erlebt die schönsten Dinge und kurz bevor das passiert, auf das man schon die ganze Zeit wartet, wacht man einfach auf. Ausgerechnet dann, wenn man es fast geschafft hat. Endlich ist man kurz davor, seinen Traum zu erfüllen – im wahrsten Sinne des Wortes – und dann wacht man auf. Und dabei will man doch nur wissen, wie die Geschichte ausgeht. Woran liegt es eigentlich, dass man scheinbar immer vor der vermeintlich besten Stelle wieder aufwacht?

 

Woran liegt es, dass man mitten im Traum aufwacht?

Es gibt mehrere mögliche Antworten auf diese doch gar nicht so einfache Frage. Zum einen kann man schwer sagen, ob Träume überhaupt jemals ein richtiges Ende haben. Kannst Du dich an einen Traum erinnern, bei dem es eine klare Einteilung in Anfang, Hauptteil und Ende gab? Wahrscheinlich nicht, oder? Unsere Träume verlaufen nicht linear, sondern sind oft ein großes Durcheinander, in dem man gar nicht wirklich sagen kann, wann der eine Traum aufhört und ein anderer beginnt.

Häufig kann man sich am nächsten Morgen auch überhaupt nicht mehr daran erinnern, was man überhaupt geträumt hat. Bestimmt habt Ihr auch schon mal den Satz „Ich träume nie!“ gehört, oder? Das stimmt so aber nicht. Jeder Mensch träumt, allerdings können sich viele Menschen am nächsten Tag nicht mehr daran erinnern. Die Schuld daran trägt unser Gehirn, denn es handelt sich hierbei um einen Schutzmechanismus. Würden unsere Träume mit ins Gedächtnis aufgenommen werden, würde man irgendwann nicht mehr wissen, was echt ist und was nicht. Unsere Psyche nimmt Träume nämlich genauso real wahr wie die tatsächliche Wirklichkeit. Deshalb wird vermutet, dass das Gehirn eine Grenze zieht und die Träume in der Regel nicht ins Gedächtnis wandern. Wenn wir uns also am nächsten Morgen wundern, dass wir mal wieder vor der besten Stelle im Traum aufgewacht sind, kann das daran liegen, dass das tatsächlich das Einzige ist, das uns davon im Kopf geblieben ist. Wacht man mitten in der REM-Phase, der Schlafphase, in der man am meisten träumt, auf, ist es übrigens am wahrscheinlichsten, dass man sich an seine Träume erinnern kann.

Eine weitere Theorie besagt, dass wir deshalb aufwachen, weil die Aufregung im Traum zu groß und real ist. Dabei kann es nämlich schon mal passieren, dass im Traum etwas so Spannendes passiert, dass wir einen echten Adrenalinschub bekommen und deshalb aufwachen. Gerade, wenn sich so ein Spannungshöhepunkt schon vorher ankündigt und man richtig darauf hin fiebert, ist es umso ärgerlicher, wenn man kurz vor der besten Stelle vom Adrenalin geweckt wird. Das Hormon Adrenalin erhöht unsere Herzfrequenz und den Blutdruck und macht den Körper wacher, denn es handelt sich hierbei um ein Stresshormon. Aber auch das Glückshormon Serotonin kann uns mitten im Traum aufwecken. Die anregende Wirkung von Serotonin kann nämlich dazu führen, dass man sehr unruhig wird. Auch kann Serotonin für zu viel Antrieb sorgen und unseren Schlaf so stören.

 

Wieso wacht man auf, wenn man im Traum stirbt?

Ähnlich sieht es auch bei diesem Phänomen aus. Bestimmt kennt es der ein oder andere von Euch – man ist im Traum kurz davor, zu sterben und was passiert? Kurz vor dem entscheidenden Moment wacht man dann doch auf. Aber warum ist das so? Kann man im Traum sterben? Das könnte sich auch gut mit der Adrenalin-Theorie erklären lassen. Wenn man weiß, dass man gleich im Traum sterben wird, wird Adrenalin ausgeschüttet, das einen kurz vor dem Super-GAU wach werden lässt. Es kann auch passieren, dass man anstatt aufzuwachen, direkt in einen anderen Traum rutscht oder sich der gleiche Traum noch einmal wiederholt. So oder so möchte uns das Gehirn auch hier schützen.

Außerdem kann man nur von den Dingen träumen, die man selbst schon einmal erlebt oder zumindest eine Vorstellung davon hat. Meistens werden beim Träumen Erinnerungen abgerufen, die dann teilweise neu zusammengesetzt werden. Wenn wir beispielsweise im Traum ein vermeintlich unbekanntes Gesicht sehen, können wir uns also sicher sein, dieses bereits im echten Leben gesehen zu haben. Das kann eine fremde Person auf der Straße oder sogar eine Zusammenstellung verschiedener bekannter Gesichter sein. An diese Personen müssen wir uns nicht einmal bewusst erinnern, denn diese Informationen werden dabei aus unserem Unterbewusstsein entnommen. Wenn man also in der Regel nicht von Unbekanntem träumen kann, ist es nur logisch, dass wir unseren eigenen Tod nicht im Traum erleben. Schließlich können wir uns nicht vorstellen, was dabei und danach passiert. Dennoch gibt es einige Menschen, die von sich behaupten, bereits von ihrem eigenen Tod geträumt zu haben. Viele von ihnen berichten allerdings, dass sie sich dabei nicht aus einer subjektiven First-Person-Sicht, sondern aus einer objektiven Third-Person-Sicht gesehen haben.

Ist es Euch eigentlich auch schon mal passiert, dass Ihr kurz vor der besten Stelle im Traum aufgewacht seid? Oder habt Ihr vielleicht einen Tipp, wie man dann wieder in den Traum zurückfinden kann? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

Gravatar image
Von

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *