Lucid Dreaming
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Lucid Dreaming

Lucid Dreaming bedeutet übersetzt luzider Traum oder auch Klartraum. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich hierbei um einen Traum. Aber hier sprechen wir von keinem gewöhnlichen Traum. Während eines luziden Traums, ist der Träumer sich bewusst, dass er selbst träumt. Du kannst Dir das in etwa so vorstellen: Du schläfst ein und träumst. Doch im Traum selbst weißt Du genau, dass alles nur ein Traum ist. Du hast das Bewusstsein dafür. Zusätzlich ist es Dir möglich die Handlung deines Traumes zu steuern. Du entscheidest selbst, wie die Handlung ausgeht. Klartraumforscher gehen sogar davon aus, dass jeder von uns die Möglichkeit besitzt, einen solchen luziden Traum zu haben. Man muss diese Fähigkeit meist jedoch erlernen.

Ein Mensch der diese besondere Form von Träumen gezielt erleben kann wird als Oneironaut bezeichnet. Das Wort setzt sich zusammen aus den beiden griechischen Wörtern oneiros „Traum“ und nautes „Seefahrer“.  Denn wie ein Fahrer auf See, weiß der Klarträumer genau wo er sich befindet und kann seine eigene Route bestimmen.

Die sieben Klarheiten des Lucid Dreaming

Klartraumforscher entwickelten im Laufe der Zeit verschiedene Definitionen, was genau unter Lucid Dreaming zu verstehen ist. Der deutsche Klartraumforscher Paul Tholey stellte sieben Klarheitskriterien auf. So sollen normale Träumer von luziden Träumern besser unterschieden werden.

Klarheit 1
Die Klarheit über den Bewußtseinszustand. Du weißt, dass Du träumst.

Klarheit 2
Die Klarheit der Entscheidungsfreiheit. Du weißt, dass Du allein entscheiden kannst, wie Du im Traum handeln möchtest.

Klarheit 3
Die Klarheit des Bewußtseins. Diese steht im Gegensatz zu einem Verwirrtheits- oder Dämmerungszustand.

Klarheit 4
Die Klarheit des Wachlebens. Du weißt wer Du bist und was Du in Deinem Traum erreichen willst.

Klarheit 5
Die Klarheit der Wahrnehmung. Sie bezieht sich auf das Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Fühlen.

Klarheit 6
Die Klarheit über den Sinn des Traums. Du weißt weshalb Du etwas träumst.

Klarheit 7
Die Klarheit der Erinnerung an den Traum. Du weißt, dass Du Dich später an den Traum erinnern kannst.

Paul Tholey sagt allerdings, dass nur die Kriterien eins bis vier erfüllt sein müssen, um von einem Klartraum zu sprechen. Die folgenden Klarheiten können zusätzlich auftreten.

Die Zeit des Klartraums

Meist finden luzide Träume in der REM-Schlafphase statt. In dieser Phase des Schlafens ist unser Gehirn sehr aktiv und wir träumen intensiver. Außerdem bewegen sich unsere Augen schnell, weshalb es auch REM-Phase genannt wird. REM steht für Rapid Eye Movement. In dieser speziellen Schlafphase sind die luziden Träume am besten nachweißbar. Denn der Träumer kann vor dem Träumen Augenbewegungen festlegen, die er während des Traumes nach außen zeigen kann. So kann ein Traum nachgewiesen werden, der vom Träumer selbst gesteuert wurde. Untersuchungen haben ergeben, dass die Aktivität in verschiedenen Bereichen des Gehirns während eines Klartraums erhöht ist. Diese Gehirnbereiche stehen für die Selbsteinschätzung, die Beurteilung der eigenen Gedanken und zuletzt die Gefühle für die Selbstwahrnehmung.

Wach ich oder träum ich?

Wer selbst einen luziden Traum erleben möchte, der kann verschiedene Techniken ausprobieren. Eine davon ist die Klarheit gewinnende Technik. Dabei muss sich der Träumende am Tag immer wieder die Frage stellen: Wache ich oder träume ich? Dazu muss man eine kritische Haltung gegenüber der Frage einnehmen. Dann erscheint sie auch im Traum irgendwann und es kann zu einem ersten luziden Traum führen.

Daneben gibt es die Klarheit bewahrende Technik. Diese sieht vor, dass Du während des Einschlafens immer daran denkst, dass Du wach bist.

Eine andere Technik sind externe Reize. Diese können während des Einschlafens oder während der REM-Schlafphase stattfinden. Es können Lichtsignale oder auditive Signale sein. Gleichzeitig sollen Klarheit gewinnende Techniken praktiziert werden.

Neben diesen Techniken schwören viele erfahrene Klarträumer auf Realitätschecks. Ein bekannter Check ist der, bei dem Du durch die geschlossene Nase atmen musst. Am Tag solltest Du also mehrmals die Nase mit Daumen und Zeigefinger geschlossen zudrücken und versuchen zu atmen. Denke dabei immer an die Frage: Wach ich oder träum ich? Bekommst Du keine Luft, dann bist Du wach. Kannst Du jedoch weiter atmen, so träumst Du. Um wirklich einen luziden Traum zu bekommen, muss diese Technik mehrmals täglich durchgeführt werden.

Lucid Dreaming als Hilfe und Lehre?

Warum träumen wir überhaupt? Diese Frage konnte bisher nicht vollends gelöst werden. Wozu jedoch der Klartraum nützlich sein kann, wollen Forscher herausgefunden haben. Ein luzider Traum kann zum Beispiel als Hilfe für das Trainieren bestimmter Bewegungsabläufe genutzt werden. Wiederholst Du sie auch im Traum immer wieder, so können sie sich auch im realen Zustand verbessern. Außerdem bieten sich diese Träume als Quelle grenzenloser Kreativität an.

Auch Alpträume sollen dadurch vermindert und abgeschwächt werden können. Hast Du einen Alptraum und bist Dir des Träumens bewusst, so kannst Du ihn nach Deinen Vorstellungen Enden lassen.

Eines sollte jedoch beachtet werden, es gibt das sogenannte falsche Erwachen. Man spricht von diesem Phänomen, wenn Du das Gefühl hast während eines Klartraums zu erwachen. In Wirklichkeit gleitet Dein Traum allerdings wieder ins Unterbewusstsein zurück. Das falsche Erwachen kannst Du verhindern, indem Du nach dem Aufwachen Realitätschecks durchführst.

Hattest Du schon einmal einen Klartraum? Wenn ja, wie hast Du Dich dabei gefühlt? Wir freuen uns über Deine Rückmeldung!

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