Schlafentzug als Foltermethode
CategoriesSleep & Dream

Schlafentzug als Foltermethode

Das Schlaf wichtig ist weiß jeder und das ist auch prinzipiell gut so. Leider gab es Menschen, die dieses Wissen ausgenutzt haben. Sie nutzten es, um anderen Menschen Leid zuzufügen. Wer zu wenig Schlaf bekommt, der kann an Unkonzentriertheit, Stimmungsschwankungen, geringere Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Depressionen oder auch Erschöpfung leiden.
Die gleichen Symptome können auch Personen haben, die unter Schlafstörungen leiden. Die Schlafstörung wird auch Insomnie genannt. Sie muss in manchen Fällen sogar medizinisch behandelt werden.

Stell Dir jedoch einen kompletten Schlafentzug vor. Nicht nur zu wenig Schlaf oder manchmal eine unruhige Nacht. Wenn zu wenig Schlaf bereits die oben genannten Folgen mit sich bringt, dann kann man sich in etwa vorstellen was es heißt, wenn man unter komplettem Schlafentzug leidet. Oder dazu gezwungen wird. Der Schlafentzug wurde nämlich schon als Foltermethode gebraucht. Keine besonders tolle Vorstellung, ist Schlafen doch einer der schönsten Dinge, die man tun kann. Aber nicht nur das, es ist auch gefährlich keinen Schlaf zu haben. Warum das so ist und wie genau Menschen mit Schlafentzug gefoltert wurden erfährst Du in diesem Emma Blog Beitrag.

 

Die weiße Folter

Wie sieht der Schlafentzug als Foltermethode aus? Der Schlafentzug als Foltermethode wurde häufig angewandt. Es ist davon auszugehen, dass es auch heute noch vorkommt, dass Menschen der Schlaf entzogen wird, um sie zu foltern. Diese Methode wird auch weiße Folter genannt. Es handelt sich nämlich um eine Foltermethode, bei der keine körperlichen Spuren zu finden sind. Ebenfalls die psychischen Folgen sind nur schwer nachzuweisen. Doch wie wird die Methode zur Folter angewandt?

  • Die Schlafzeit kann verkürzt werden, beispielsweise auf 4 Stunden
  • Der Schlaf- und Wachrhythmus wird verändert
  • Betroffene werden in unbequemen und oft schmerzhaften Positionen gefesselt, sodass das Einschlafen unmöglich wird
  • Dauerhafte Lärmbeschallung
  • Dauerhafte Bestrahlung mit Licht
  • Tritte, Schläge oder Schlimmeres

 

Wo wurde die weiße Folter angewandt?

Diese Foltermethode wurde zum Beispiel schon in Kuba angewandt. Im Jahr 2003 soll ein damals 15 Jahre alter Kanadier, der als mutmaßlicher Terrorist galt, drei Wochen lang mit Schlafentzug gefoltert worden sein. Mit dieser Methode wollte man den Gefangenen dazu bringen ein Geständnis abzulegen.

Ebenfalls in der damaligen Sowjetunion und der DDR soll die weiße Folter genutzt worden sein.
Sie wird oder wurde vor allem dann angewandt, wenn man sich erhoffte einem Gefangen ein Geständnis zu entlocken. Die Betroffenen legen dann häufig das Geständnis ab, obwohl sie vielleicht unschuldig sind, nur um der Foltermaßnahme zu entkommen. Zudem wollte man den Willen brechen und dafür sorgen, dass ein Gefangener nicht mehr klar denken kann.

In Guantanamo wurde die Foltermethode mit Schlafentzug ebenfalls genutzt. Das Gefangenenlager wurde von den USA geführt. Hier kam neben der Verkürzung des Schlafes und der Veränderung der Tag- und Nachtzeiten auch das sogenannte frequent flyer program zum Einsatz. Dabei wird der Gefangene alle paar Stunden in eine neue Zelle gebracht, um ihn wach zu halten. Das Ganze wird dann über mehrere Tage (und Nächte) durchgeführt.

 

Was sind die Folgen?

Was sind die Folgen von Schlafentzug? Zunächst kommt es zu den oben bereits genannten Folgen. Dazu gehören Unkonzentriertheit, eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit oder starke Gereiztheit. Wird der Schlafentzug allerdings als Folter und daher langfristig eingesetzt, so werden auch die Folgen immer schwerer.

  • Häufiger Sekundenschlaf
  • Die Regulation der Körpertemperatur stimmt nicht mehr
  • Das Infektionsrisiko steigt stetig an, da das Immunsystem geschwächt ist
  • Starke Kopfschmerzen
  • Das Risiko für verschiedene Erkrankungen steigt (beispielsweise Herzerkrankungen oder Diabetes Typ 2)
  • Stoffwechselstörungen
  • Muskelschmerzen
  • Wassereinlagerungen
  • Halluzinationen
  • Beeinträchtigung des klaren Denkens
  • Einschränkung der Wahrnehmungsfähigkeit
  • Einschränkung der Sinneswahrnehmungen
  • Verlust des Gleichgewichtssinns
  • Einschränkung der sprachlichen Fähigkeit

Die Foltermethode kann also eine ganze Menge von schweren Folgen mit sich bringen. Leider ist das aber nicht alles…
Die weiße Foltermethode wurde auch für Hinrichtungen genutzt. Im alten China wurde der Schlafentzug solange eingesetzt, bis der Betroffene daran gestorben ist.

 

Kann man an Schlafentzug sterben?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Die einen sagen, dass es bisher keinen Fall gegeben hätte, bei dem ein Mensch an Schlafmangel gestorben sei. Zumindest nicht, wenn der Schlafmangel als die Ursache sicher erkannt werden konnte. Andere sagen, dass Schlafentzug sehr wohl zum Tod führt. Er solle sogar nach 14 Tagen tödlich sein. Was genau stimmt, ist nicht ganz klar. Eines wissen wir jedoch ganz sicher: Schlafentzug als Foltermethode sollte ein absolutes Tabu sein.

Gravatar image
Von

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *