Warum träumen wir?
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Warum träumen wir?

Wie in einer anderen Welt

Träumen ist ein subjektives Erleben. Das zumindest sagen Schlafforscher. Wenn wir es selbst beschreiben müssten, würden wir vermutlich sagen, dass Träume wie das Eintauchen in eine andere Welt sind. Eine Welt in der wir vielleicht fliegen können, die von schnellen Ortswechseln geprägt ist oder in der wir Menschen begegnen, an die wir uns nicht erinnern sie schon einmal gesehen zu haben. Manche Träume sind so schön, dass wir am liebsten gar nicht mehr daraus aufwachen wollen. Andere jedoch, lassen uns vor Angst aus dem Schlaf schrecken. In der Nacht begegnen wir häufig unseren Wünschen und Ängsten.

Wir träumen jede Nacht, auch wenn sich viele am nächsten Tag nicht mehr daran erinnern können. Besonders intensiv träumen wir während der REM-Schlafphase (Rapid-Eye-Movement). In dieser Zeit bewegen sich unsere Augen am schnellsten und unser Gehirn ist besonders aktiv.

Ein ungelöstes Geheimnis

Jeder träumt, das haben Forscher bereits herausgefunden. Aber warum träumen wir? Wünschen wir uns etwas so sehr, dass es uns bis in die Nacht verfolgt? Haben wir vor manchem solche Angst, dass sie uns nicht loslassen will? Spiegeln Träume Phantasien aus unserer Kindheit wider?

In der Schlafforschung wurde schon mehrmals versucht dieses Geheimnis zu lösen. Bisher gibt es aber keine genaue Antwort darauf, warum wir wirklich träumen. Viele Forscher gehen jedoch davon aus, dass das Träumen wichtig ist, um neu aufgenommene Informationen zu verarbeiten und mit alten Informationen zu vermischen und zu verknüpfen. Durch das Träumen sollen die Mengen an Informationen auch besser gespeichert werden können. Also träumen wir in der Nacht, um die am Tag gesammelten Informationen besser verarbeiten zu können? Laut vielen Wissenschaftlern ist das eine Möglichkeit, auf ein bisher ungelöstes Geheimnis.

Ein Reichtum an neuen Ideen

Eine andere Theorie besagt, dass wir im Schlaf Alltagssituationen verarbeiten. Durch das Träumen lernen wir besser damit umzugehen. Einige Forscher vermuten sogar, dass wir durch die Kreativität in Träumen Lösungen für Probleme finden und neue Ideen entdecken können. Es gibt bekannte Beispiele, in denen Menschen von Dingen geträumt haben und diese sie zur Findung einer Lösung inspiriert haben. Andere sagen, dass sie durch Träume auf Ideen kamen, die zu neuen Erfindungen geführt haben sollen.

Im Jahr 1865 soll Friedrich Alfred Kekulé die Lösung zur Struktur von Benzol im Traum gekommen sein. Benzol ist übrigens eine flüssige organische Verbindung und in Motorbenzin enthalten. Friedrich Kekulé saß vor einem Kaminfeuer, während er einschlief. In seinem Traum hat er von den sich bewegenden Flammen geträumt. Diese Flammen sind zu Schlangen geworden, die dann in ihren eigenen Schwanz gebissen haben. Sie bildeten so einen Kreis. Friedrich Kekulé sagt außerdem, in diesem Traum seien ihm auch Atome erschienen, die unterschiedliche Größen hatten. Als er aufwachte, kam ihm die Lösung zur Struktur von Benzol. Diese ist nämlich ringförmig und besteht aus unterschiedlich großen Atomen.

Selbst die Idee der Doppelhelix unserer DNA soll auf einen Traum zurückzuführen sein. Dr. James Watson träumte von einer Wendeltreppe, die ihn anschließend auf die Idee brachte, dass unsere DNA aus zwei Strängen besteht, die umeinandergewunden sind.

Aber nicht nur in der Wissenschaft gibt es solche Traumideen. Auch die berühmte Autorin Stephenie Meyer nutzte die Kreativität in Träumen und schrieb das erfolgreiche Buch Twilight. In ihrem Traum sah sie einen funkelnden Jungen und ein Mädchen auf einer Lichtung, die sich unterhielten. Der Junge, ein Vampir, sagte dem Mädchen wie sehr er sich um sie sorgte, sie aber zur selben Zeit gerne töten würde. Fasziniert von diesem Traum, schrieb ihn Stephenie Meyer am nächsten Morgen auf und fing an darüber ein Buch zu schreiben. Also träumen wir womöglich doch um neue Ideen zu finden und Probleme zu lösen? Denkbar wäre es auf jeden Fall.

Und was macht eigentlich unser Gehirn während wir träumen?

Vielleicht findet sich bei dieser Betrachtung eine mögliche Lösung für die Frage warum wir träumen. Früher war man der Ansicht, dass nur ein bestimmter Teil des Gehirns am Träumen beteiligt ist. Mittlerweile ist jedoch klar, unser ganzes Gehirn ist während dem Träumen aktiv. Während der REM Schlafphase ist das Gehirn dabei besonders aktiv und wir träumen häufig sehr intensiv. Währenddessen werden Impulse von unserem Motorkortex zu den Muskelzellen aktiv blockiert. Dadurch können wir weiter ruhig schlafen, auch wenn wir in unserem Traum vor einem Verbrecher davonlaufen oder einen wilden Tanz aufführen.

Nicht nur Alpträume lassen uns aufwachen oder manchmal sogar aufschrecken. Viele lachen plötzlich während des Schlafens oder fangen an zu weinen. In unseren Träumen spielen andere Menschen oft eine wichtige Rolle. Wir können eine gute Beziehung oder sogar Angst vor dieser Person haben. Vielleicht träumen wir von unserem heimlichen Schwarm oder wir streiten uns mit einer geliebten Person. All diese Emotionen erleben wir während der Nacht im Schlaf. Dafür ist unser limbisches System verantwortlich. In diesem Teil werden unsere Emotionen verarbeitet, meist sogar aktiver als im Wachzustand.
Im Traum ist kein Platz für Logik, Sinn oder Moral. Wir träumen ja oft von wirren und nicht zusammenhängenden Dingen. Während des Schlafens ist der Präfrontale Kortex weniger aktiv. Er ermöglicht tagsüber unser planerisches und logisches Denken.

Im Traum werden wir wieder zum Kind

Der Präfrontale Kortex reift als letzter heran, wenn wir Erwachsen werden. So verwundert es nicht, dass Kinder häufig auch im Wachzustand viel Phantasie besitzen und oft noch nicht logisch denken. Manche Forscher vergleichen deshalb unser Träumen mit dem Denken von Kindern. Also kann man sagen, es steckt wohl doch ein wenig Kind in jedem von uns. Zumindest während wir Träumen. Ob das allerdings der Hauptsinn unserer Träume ist, kann stark bezweifelt werden. Es ist und bleibt also weiterhin unklar, warum wir eigentlich jede Nacht träumen.

Und was träumst Du?

Ob wir tatsächlich Informationen verarbeiten, neue Ideen gewinnen oder Probleme lösen, warum genau wir Träumen ist derzeit noch ein ungelöstes Geheimnis. Sicher ist nur, wir alle haben Träume. Und bekannte Beispiele zeigen, dass uns in Träumen spannende Ideen kommen können oder sogar die Lösung eines Problems leichter fallen kann. Das Träumen lässt uns in eine andere Welt abtauchen, in der wir auch schon einmal über uns hinauswachsen. Hattest Du auch mal einen Traum, der Dir bei der Lösung eines Problems geholfen hat? Oder hattest Du im Traum eine geniale Idee? Dann kannst Du diesen Traum gerne mit uns teilen. Wir sind schon gespannt und wünschen allzeit schöne Träume!

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